Schimmelbekämpfung

Zunächst einmal ein paar Fakten:

  1. Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien sind natürlicher Teil unserer belebten Umwelt. Übersteigt allerdings die Schimmelpilzkonzentration ein bestimmtes Maß, so kann es zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen kommen. Die Faktoren Feuchtigkeit, Nährstoffangebot, Temperatur und der ph-Wert bestimmen maßgeblich das Wachstum von Schimmelpilzen.
  2. Nur eine trockene Wand kann verhindern, dass die Zimmerwärme nach außen fließt. Man spricht hier von Wärmedämmung. Diese Isolierwirkung hat eine Wand durch die vielen kleinen mit Luft gefüllten Poren. Sind diese Poren in einer Wand mit Wasser vollgesogen, dann fließt die Wärme nach außen. Wasser leitet die Wärme 25 – 30mal schneller, als die luftgefüllten Poren. Das bedeutet: die Wand bleibt kalt, und der Nie-derschlag an dieser Stelle wird noch stärker.
  3. Luft enthält immer Wasser in Form von unsichtbarem Wasserdampf. Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte Luft. So kann z.B. 1 cbm Luft von 0° Celsius eine Höchstmenge von nur 5 g (= 5 ccm) Wasserdampf enthalten. Liegt die Temperatur bei 20° Celsius, steigt der Wasseranteil auf 17 g. Höchstmenge heißt: Ist diese Wassermenge in der Luft enthalten (100 % relative Luftfeuchtigkeit), ist sie „satt“ und es bildet sich Kondenswasser am Taupunkt.
  4. Werden z.B. 30 m³ Estrich in einen Neubau eingebracht, verdunsten während der Erhärtungsphase etwa 1.800 Liter Wasser, die über die Raumluft durch ausreichende Belüftung und / oder Beheizung abgeführt werden müssen.
  5. Jeder Mensch verdunstet in der Nacht bis zu 1 Liter Wasser. 100 Gramm Wasserdampf atmet und schwitzt ein normal arbeitender Mensch stündlich aus. Hinzu kommt noch der Wasserdampf durch Kochen, Baden/Duschen usw.

Mögliche Ursachen von Schimmel:

  • Wärmebrücken, die den Taupunkt von der Außenfassade ins Innere der Wohnung hinein verschieben. Das kondensierte Wasser setzt sich innen an den Wänden ab und es kann zu Oberflächenschimmel kommen. Durch unsere Bauthermographie können solche Wärmebrücken erkannt werden.
  • Falsches Lüften durch zu kurzes / seltenes Öffnen oder nur Kippen der Fenster. Richtig ist es, min. ein- bis zweimal am Tag die Fenster für 5 bis 10 Min. weit zu öffnen, damit die feuchte und warme Luft gegen trockene und kühle ausgetauscht wird. Unser Langzeitmessgerät zeichnet kontinuierlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf, um Raumklima und Lüftungsverhalten beobachten zu können. Noch ein Tipp: Möbel mit einem Zwischenraum von ca. 5 - 10 cm von der Außenwand wegstellen, damit die Luft dahinter zirkulieren kann.
  • Wasserschäden z.B. durch defekte Wasser-, Abfluss- oder Heizungsleitungen.

Die Luftfeuchtigkeit ist unsichtbar, ihre Folgeschäden nicht...
Erste sichtbare Alarmzeichen sind meist klamme Kleidungsstücke, modriger Geruch und fleckige Wände. Darüber hinaus setzt ab ca. 70 % Luftfeuchtigkeit Schimmelpilzbildung ein. Rost ist noch anspruchsloser, schon ab 60 % setzt bei Metallen die Korrosion ein. Teures Heizen schafft hier keine Abhilfe. Die Luft wird zwar erwärmt, bleibt aber feucht. Einfaches Durchlüften ist ebenfalls keine Lösung, denn auf diese Weise kann der Raumluft dauerhaft keine Feuchtigkeit entzogen werden. Nicht nur nach Wasserschäden, sondern u.a. auch durch neue, luftdichte Fenster, welche die Luftzirkulation und damit auch den Feuch-tetransport von innen nach außen behindern, können sich schnell Schimmel und Bakterien bilden.

Was tun?
Der Oberflächenschimmel wird fachmännisch entfernt, ggf. technisch ausgetrocknet und die betroffene Fläche isoliert. Ein Anstrich mit Kalkfarbe sorgt dafür, dass evtl. künftiger Schim-mel auf der Oberfläche bleibt und nicht nach innen eindringen kann.